dj-studies.com

dj- und club-kultur, elektronische (tanz)musik * lorenz gilli

GfM-Jahrestagung und ich als DJ bei der Drohnen-Ausstellung

Diese Woche wird eine sehr dichte, aber äußerst interessante Woche! Morgen beginnt die Jahrestagung des Sonderforschungsbereichs „Medien der Kooperation“ an der Uni Siegen zum Thema „Media in the Wild“ (25.–26.9.2018), die praktisch nahtlos in die Jahrestagung der Gesellschaft für Medienwissenschaft zum Thema „Industrie“ – sehr passend für die Stahlindustriestadt Siegen – übergeht: Mittwoch Abend eröffnet der französische Soziologe Luc Boltanski mit seiner Keynote, in der wohl einige Thesen aus seinem aktuellen Buch „Bereicherung. Eine Kritik der Ware“ (gem. mit Arnaud Esquerre, Suhrkamp 2018) vorstellen wird – wird sicher sehr spannend!

Am Freitag beteilige ich mich selbst aktiv: diesmal nicht akademisch, sondern musikalisch. Am Freitag darf ich beim GfM-Abend „Drinks ’n‘ Drones“ die Space-Bar der Ausstellung „Different Eyes“ musikalisch untermalen: mit Drone-Music und anderen Ambient-Musiken. Von La Monte Young zur aktuellen Space-Music. In der Ausstellung sind künstlerische Auseinandersetzungen mit dem Thema ‚Drohnen‘ zu sehen, zu hören und anzufassen. Freitag, 28.9.2018, ab 21h: „Drinks ’n‘ Drones ’n‘ Drone-Music“ 🙂

Im Museum im Oberen Schloss finden zwei weitere Ausstellungen des SfB statt: eine des Forschungsprojekts zur Smartphonenutzung in früher Kindheit und eine zur Geschichte globaler Kommunikationsnetze und -technologien. Das gesamten GfM-Tagungsprogramm gibt es hier.

 

Netflix‘ „Ibiza“

Netflix hat kürzlich eine eigene Filmproduktion herausgebracht: „Ibiza“ (Trailer). Plot: junge, kaum erfolgreiche PR-Frau aus NY kommt für einen beruflichen Auftrag nach Barcelona, verliebt sich in den „hotten“ EDM-DJ Leo West. Sie und ihre beiden mitgereisten Freundinnen entscheiden sich für YOLO, riskieren das Meeting am nächsten Tag und folgen ihm nach Ibiza. Es folgt eine ausgelassene, chaotische Clubnacht mit vielen Drogen, aber am Ende ist sie den eh verhassten Job los, bekommt trotzdem den Auftrag und natürlich auch den DJ. Oh, sorry fürs spoilern… Naja, große Plot-Twists sind eh nicht zu erwarten – das weiß man nach wenigen Minuten – genausowenig wie  der Versuch nach authentisch dargestellter Ibiza-Kultur oder sonst irgendeine differenzierte Sichtweise auf irgendwas, sei es Drogenkonsum, EDM-Hype oder die Sehnsucht nach der einen großen Liebe. Alles glatt, oberflächlich, kitschig-süß und ach so „crazy“…

Funster von Mixmag hat in einem Interview mit dem Regisseur Alex Richanbach weitere Details erfragt, zum Beispiel dass er nie in Ibiza war. Aber der Film hat nicht nur dieses Problem…

weiterlesen

EDM-Doku-Serie „After The Raves“

Von Red Bull TV gibt es die 9-teilige Doku-Serie über EDM: „After The Raves“ (2016). Und mit EDM meint die Serie nicht electronic dance music als Sammelbegriff, sondern das „fette-Drops-und-spektakuläre-Popstar-Shows-EDM“. Beispielhaft dafür das Interview mit Dirty South, das bei einer großen Portion Austern geführt wird (S01E1, TC 10:40). „Underground? My Ass!“ also? Weiß noch nicht genau: immerhin kommen auch eher undergroundige Leute wie „The Gaslamp Killer“ vor.

In den jeweils rund 25 Min. werden neun Städte/Regionen/Szenen porträtiert: Los Angeles, San Francisco, das Mysteryland-Festival in den Niederlanden, Las Vegas, Paris, Ibiza, Niederlande, England, Miami. Produziert wurde die Serie von DJ Tommie Sunshine, der auch die Interviews mit seinen Buddies führt, und selbst aktiver Teil der Mainstream-EDM-Szene ist.

weiterlesen

Dimitri Vegas & Like Mike vs. Helene Fischer

Auf der Tagung „Cool Retro Camp Trash. Aesthetic Concepts in Popular Culture“ (Freiburg, 3.-5. Mai 2018) hab ich einen Vortrag gehalten, in dem ich DJ-Praktiken unter medientheoretischen Aspekten der immediacy betrachtet habe, und diese mit performativen Aspekten und der Frage nach der „Atmosphäre“ (i.S. Gernot Böhmes, wie er sie in seinem Buch Aisthetik von 2001 konzipiert) verbunden habe. Dabei habe ich am Ende eine Performance von Dimitri Vegas und Like Mike beim Tomorrowland 2017 als Beispiel herangezogen, wie im sog. „EDM Pop“ mit Un-/Mittelbarkeit umgegangen wird. Meine These war, dass sich Techno und seine vielen Sub-Genres besonders dadurch auszeichnen, dass sie versuchen, Unmittelbarkeit im affektiven Erleben und in der Performativität entstehen zu lassen, während EDM Pop zwar das unmittelbare Erleben von Klangphänomenen ermöglicht, dieses aber sozialer Interaktion sowie Teilnahme an der referenzierten Popkultur begleitet oder gar ersetzt wird. Diese sind jedoch symbolisch vermittelte – also medial opake – Möglichkeiten des Erlebens.

Im Anschluss hat mich Christoph Jacke gefragt, warum ich bei DM&LM überhaupt den Bezug auf die Techno-Kultur brauche, und ob das aufgrund der Spektakularität der Inszenierung und Performance nicht einfach „Pop“ sei – so wie Helene Fischer auch. Damals konnte ich die Frage nicht so recht beantworten, das möchte ich hiermit nachholen:

weiterlesen

Popkongress 2018, Hamburg: 1. bis 3. Feb. 2018

Die 10. Jahrestagung der AG Populärkultur und Medien der GfM wird in diesem Jahr ausgerichtet von Olaf Sanders und Roger Behrens und findet an der Universität der Bundeswehr in Hamburg statt. Ich darf auch einen Beitrag vorstellen, was mich sehr freut.

Die in meinem Vortrag genannten Links und Tracklists findest du hier. Falls du mehr Material benötigst, schreib einfach mir eine Mail.

weiterlesen

http://mixmag.net/feature/is-it-acceptable-to-remix-a-classic

… to remix a classic

In a blogpost from March 2017, which appeared on my twitter-timeline just now, Funster of Mixmag.com asks the question:

„Is it ever acceptable to remix a classic?“

Well, the question itself is already wrong. What exactly is a „classic“ in the first place, and who is it to decide which tracks are „classics“? Why should it NOT be allowed to remix? And most importantly: who should it be to allow and monitor, wheter a remix of a classic is „good“ and therefore „allowed“, or „bad“ and should therefore „be banned“? If we go down that road, we’d end up with a remix-police – and who should it be? A central committee of DJs and remixers? Your national culture ministry? The UNESCO? Funster of mixmag?

We already have such a system that works fine: it’s the huge community of DJs, fans, listeners and dancers. You don’t like the remix of „Blue Monday“ or „Born Slippy“? Well: Don’t play it, don’t buy, vote it down on Youtube. If you hear it being played in your club by a DJ: don’t dance to it, or let the DJ in any other (polite and friendly) way understand, that this track kills the vibe on the dancefloor (any sensitive DJ would understand that intuitively without any words, btw…). In the end, that’s what Funster himself is doing, as you can read at the end of the blogpost: „Funster is Mixmag’s Deputy Digital Editor and he’ll stop dancing if you play a shit remix.“

I personally do really like the Bulletproof/Dino Psaras remix of „Blue Monday“. It nicely translates the original into psytrance. I played it a few times and the response was great. Of course, as a DJ you need to pay attention wheter the tracks fits the overall style and atmosphere of your set, and wheter the audience would appreciate it or not. That’s basically an issue with every single track you select, but with remixes of such „classics“ the risk of failure is much higher.
I played it to a rather mixed audience of goa-fraggles and people who were not so much into it. I’d  refrain from playing it on a „strictly psytrance“-party, though.

Aktivieren Sie JavaScript um das Video zu sehen.
https://www.youtube.com/watch?v=_wf-09JfWm0

So, the answer to Funsters question is simple: of course it should be allowed to remix a classic. Always!

There are only two kind of limits to it: there are limits set by copyright-laws. I am just simply stating that in many cases these limits exists and that everyone violating them should be aware of what s/he does. Wheter such limits are good or bad, is not the case to discuss here.
The second kind of limits are the one set by the artists themselves, who might not want their beloved work to be remixed. No matter if you agree to that or not, that should be respected.

For everything else: just go ahead and remix whatever you want. Let the people decide if you did a good job and added something special to that classic tune, or if you failed to do so and presented yourself as a copycat.

 

CfP: Film Musik Kontexte. Intermediale Referenz in audiovisuellen Medien (Mainz, 21.-23.6.2018)

Das XIII. Symposium zur Filmmusikforschung findet diesmal an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz vom 21. bis 23. Juni 2018 statt. Hier findet ihr den Call for Papers.

Filmmusikforschung ist zwar nicht per se ein Thema für DJ- und Clubmusik-Forschung, aber ich weiß z.B., dass ein Beitrag zum N.W.A.-Biopic „Straight Outta Compton“ geplant ist. Wer weiß, vielleicht finden sich noch weitere Überschneidungen, z.B. der Neuvertonung von Fritz Langs „Metropolis“ (1927) durch Giorgio Moroder (1984) oder Jeff Mills (2000)? Oder der Soundtrack und Cameo-Auftritt von Daft Punk bei „Tron“ (2010)?

Update 24.5.2018: Programm ist online, hier als pdf abrufbar.

screenshot tape-mag.com

Tape-Mag.com: Audio-Tape-Culture & Magazine-Culture

With the beginning of the new year, a new website and online-database has been launched: tape-mag.com. It focuses on non-commercial DIY-culture of a pre-digital music era, when xeroxed fanzines and tape-trading were the only means available to bypass the commercial system of major-labels and to promote and distribute underground music.

Tape-Mag.com is a Non-Profit Online-Archive & Information-Database for Audio-Tape-Culture (Cassettes/Tapes/Reels) and 20th Century Art- & Music-related Small-Press Publications / Magazine-Culture.

This Archive-Database focuses on the following styles/genres.

– Mid 70’s to late 90’s Industrial / Experimental / Free Improvisation / Post- Punk / New Wave, Minimal / Synth /Ambient and further musical directions of the DIY-Cassette-Culture.

– early 50’s to late 90’s Sound Art / Sound Poetry / Text-Sound-Compositions / Poesie Sonore / Verbosonics / Lingual Music / Music Concrete / Audio Art plus related printed Mail-Art / Concrete Poetry / Visual Poetry / Lettrisme / Fluxus

(https://tape-mag.com/About_Us-1-3.htm)

I just digged in a bit into this huge database. You will find many unknown (at least to me) and abscure bands and artists, alongside the well known pioneers of these genres like Tangerine Dream, Throbbing Gristle, Skinny Puppy, Front 242, Killing Joke, Einstürzende Neubauten and so on.

What distinguished it from discogs.com (to my impression) is the focus on small, unofficial, homemade releases on cassette, tape or reel, and the vast amount of press and zines, all connected in a nice database. The press-material is scanned and available for registred members, as well as sometimes links to mp3s on filehosting services.

The look and feel of the website reflects the DYI-attitude in the 21st century: basic CMS-design 😉

via IASPM-Newsletter/Julio Mendevil

DJs and mental health

In a recent podcast on Resident Advisor (RA Exchange EX.355 @51:00 min onward), UK-based Bass-Producer Om Unit talks about mental health issues of DJs. According to him, problems arise for example because of sleep deprivation and because of being on the road constantly. He states, that recently there’s been a more open discussion about it, but still there needs do be done more discussing.

Just 4 days ago the documentary „Why We DJ – Slaves to the Ryhthm“ was published on the same issue, covering portraits and statements by DJs like Carl Cox, Seth Troxler or Eric Morillo.

All of them are well aware that it’s complaining bout first world problems and compared to an assembly line worker it’s hell of fun living this lifestyle – but it comes with a price. Nevertheless, some tweeters don’t seem to see that:

As far as i know, no research’s been done on that exact matter. Although british psychologist Alinka Greasley, who also appears in „Whe We DJ“, has done some work on music and wellbeing. Looks like that’s a topic where more needs to be done.

Update (9 Nov. 17): the current issue of the german magazine „Groove“ dedicates 14 pages to the issue of mental health of electronic dance musicians, djs and club owner, featuring interviews with Christian Beyer (Âme) or Luke Slater amongst others. Looking forward to that read!

Update (14 Jan 18): djtechtools dedicates a blogpost to depression amongst DJs and producers. They indicate a british support initiative Music Minds Matter, that offers a 24h-hotline for affected people and their friends and relatives: 0808 802 8008. Unfortunately, this number is UK-only, and there is no such service in Germany (at least to my knowledge). But you can reach ‚em also via mail: mmm@helpmusicians.org.uk.
I also learned that, contrary to what I wrote before, there is in fact an academic work concerned with exactly this matter. You can find a summary and link to the full study here.

GfM-Tagung in Nürnberg-Erlangen

Morgen beginnt die Jahrestagung der GfM (Gesellschaft für Medienwissenschaft), die in diesem Jahr vom Institut für Theater- und Medienwissenschaft der FAU Nürnberg-Erlangen ausgerichtet wird und als Thema „Zugänge“ hat.

Ich freue mich, dass ich bei einem Panel von Siegener Kollegen und dem Chair von Prof. Rainer Leschke dort vertreten sein darf. Gerade noch wird der letzte Feinschliff am Text und an den Folien vorgenommen. Unser Panel zum Thema Die Formen medialer Zugänge – technologisch – aisthetisch – ästhetisch – normativ  ist am Freitag, von 9 bis 11h, im Experimentiertheater.

Am Donnerstag finden drei Panels von Kollegen der AG Auditive Medienkulturen und Sound Studies sowie das Jahrestreffen der AG statt. Das komplette Programm gibt es hier im Conftool online.

Seite 1 von 2

Präsentiert von WordPress & Theme erstellt von Anders Norén

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen