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dj- und club-kultur, elektronische (tanz)musik * lorenz gilli

Kategorie: deutsch

Grammophonmusik, Musique Concrète und Hip Hop-Turntablism: ein ‚Nicht-Forschungsstand‘

Beitrag im Online-Magazin der AG Auditive Kultur und Sound Studies der GfM und Panel bei der Jahrestagung der GfM 2019

Im Online-Magazin der AG ist kürzlich ein Artikel von mir erschienen. In diesem hinterfrage ich zum einen kritisch die immer wieder aufgestellten Kontinuität zwischen den Turntable-Experimenten der künstlerischen Avantgarden in der ersten Hälfte des 20. Jh. (v.a. der Grammophonmusik, John Cage und Pierre Schaeffer) und den Turntable-Praktiken der Hip Hop-DJs seit den 1970er. Spoiler: es gibt keine Beweise. Ausgehend von der mangelnden Beweislage frage ich danach, welche Kontinuitäten es sonst gibt? Antwort: die Technik selbst und ihre Affordanzen. Was das heißt, kann im Beitrag nachgelesen werden (online und kostenlos).

übrigens: ich habe gemeinsam mit drei Kolleg*innen der AG ein Panel bei der Jahrestagung der GfM 2019 in Köln zum Thema ‚Medien-Materialitäten‘ eingereicht und es wurde angenommen. Dort werde ich mich ebenfalls der im Beitrag skizzierten Thematik der Affordanzen von Turntables widmen.

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Konferenz „Again & Again“, London

Vom 25. bis 26. April 2019 findet in London die internationale Konferenz „Again & Again. Musical Repetition in Aesthetics, Analysis and Experience“ statt. Veranstalter wird sie vom Music Department der City University, London. Ich bin mit meinen Vortrag „‚Pleasure (Extended Mix)‘. Recontextualising repetition in DJ-sets“ dazu eingeladen worden, was mich sehr freut!

In meinem Vortrag werde ich zum einen versuchen, den Reiz von Wiederholung in der electronic dance music (EDM) mit verschiedenen Ansätzen zu erklären, und auf spezifische Eigenschaften von Wiederholung in der EDM eingehen, die sie von anderen repetitiven Genres, v.a. Funk, unterscheidet. Im zweiten Teil werde ich das analytische Instrumentarium, das ich in meiner Dissertation erarbeite, kurz vorstellen und darauf anwenden. Hier wird es darum gehen, wie DJs mit Wiederholung umgehen: sie herstellen, verändern oder unterschlagen. Ganz schön viel Inhalt für nur 20 Minuten Zeit also… 😉

GfM-Jahrestagung und ich als DJ bei der Drohnen-Ausstellung

Diese Woche wird eine sehr dichte, aber äußerst interessante Woche! Morgen beginnt die Jahrestagung des Sonderforschungsbereichs „Medien der Kooperation“ an der Uni Siegen zum Thema „Media in the Wild“ (25.–26.9.2018), die praktisch nahtlos in die Jahrestagung der Gesellschaft für Medienwissenschaft zum Thema „Industrie“ – sehr passend für die Stahlindustriestadt Siegen – übergeht: Mittwoch Abend eröffnet der französische Soziologe Luc Boltanski mit seiner Keynote, in der wohl einige Thesen aus seinem aktuellen Buch „Bereicherung. Eine Kritik der Ware“ (gem. mit Arnaud Esquerre, Suhrkamp 2018) vorstellen wird – wird sicher sehr spannend!

Am Freitag beteilige ich mich selbst aktiv: diesmal nicht akademisch, sondern musikalisch. Am Freitag darf ich beim GfM-Abend „Drinks ’n‘ Drones“ die Space-Bar der Ausstellung „Different Eyes“ musikalisch untermalen: mit Drone-Music und anderen Ambient-Musiken. Von La Monte Young zur aktuellen Space-Music. In der Ausstellung sind künstlerische Auseinandersetzungen mit dem Thema ‚Drohnen‘ zu sehen, zu hören und anzufassen. Freitag, 28.9.2018, ab 21h: „Drinks ’n‘ Drones ’n‘ Drone-Music“ 🙂

Im Museum im Oberen Schloss finden zwei weitere Ausstellungen des SfB statt: eine des Forschungsprojekts zur Smartphonenutzung in früher Kindheit und eine zur Geschichte globaler Kommunikationsnetze und -technologien. Das gesamten GfM-Tagungsprogramm gibt es hier.

 

Netflix‘ „Ibiza“

Netflix hat kürzlich eine eigene Filmproduktion herausgebracht: „Ibiza“ (Trailer). Plot: junge, kaum erfolgreiche PR-Frau aus NY kommt für einen beruflichen Auftrag nach Barcelona, verliebt sich in den „hotten“ EDM-DJ Leo West. Sie und ihre beiden mitgereisten Freundinnen entscheiden sich für YOLO, riskieren das Meeting am nächsten Tag und folgen ihm nach Ibiza. Es folgt eine ausgelassene, chaotische Clubnacht mit vielen Drogen, aber am Ende ist sie den eh verhassten Job los, bekommt trotzdem den Auftrag und natürlich auch den DJ. Oh, sorry fürs spoilern… Naja, große Plot-Twists sind eh nicht zu erwarten – das weiß man nach wenigen Minuten – genausowenig wie  der Versuch nach authentisch dargestellter Ibiza-Kultur oder sonst irgendeine differenzierte Sichtweise auf irgendwas, sei es Drogenkonsum, EDM-Hype oder die Sehnsucht nach der einen großen Liebe. Alles glatt, oberflächlich, kitschig-süß und ach so „crazy“…

Funster von Mixmag hat in einem Interview mit dem Regisseur Alex Richanbach weitere Details erfragt, zum Beispiel dass er nie in Ibiza war. Aber der Film hat nicht nur dieses Problem…

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EDM-Doku-Serie „After The Raves“

Von Red Bull TV gibt es die 9-teilige Doku-Serie über EDM: „After The Raves“ (2016). Und mit EDM meint die Serie nicht electronic dance music als Sammelbegriff, sondern das „fette-Drops-und-spektakuläre-Popstar-Shows-EDM“. Beispielhaft dafür das Interview mit Dirty South, das bei einer großen Portion Austern geführt wird (S01E1, TC 10:40). „Underground? My Ass!“ also? Weiß noch nicht genau: immerhin kommen auch eher undergroundige Leute wie „The Gaslamp Killer“ vor.

In den jeweils rund 25 Min. werden neun Städte/Regionen/Szenen porträtiert: Los Angeles, San Francisco, das Mysteryland-Festival in den Niederlanden, Las Vegas, Paris, Ibiza, Niederlande, England, Miami. Produziert wurde die Serie von DJ Tommie Sunshine, der auch die Interviews mit seinen Buddies führt, und selbst aktiver Teil der Mainstream-EDM-Szene ist.

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Dimitri Vegas & Like Mike vs. Helene Fischer

Auf der Tagung „Cool Retro Camp Trash. Aesthetic Concepts in Popular Culture“ (Freiburg, 3.-5. Mai 2018) hab ich einen Vortrag gehalten, in dem ich DJ-Praktiken unter medientheoretischen Aspekten der immediacy betrachtet habe, und diese mit performativen Aspekten und der Frage nach der „Atmosphäre“ (i.S. Gernot Böhmes, wie er sie in seinem Buch Aisthetik von 2001 konzipiert) verbunden habe. Dabei habe ich am Ende eine Performance von Dimitri Vegas und Like Mike beim Tomorrowland 2017 als Beispiel herangezogen, wie im sog. „EDM Pop“ mit Un-/Mittelbarkeit umgegangen wird. Meine These war, dass sich Techno und seine vielen Sub-Genres besonders dadurch auszeichnen, dass sie versuchen, Unmittelbarkeit im affektiven Erleben und in der Performativität entstehen zu lassen, während EDM Pop zwar das unmittelbare Erleben von Klangphänomenen ermöglicht, dieses aber sozialer Interaktion sowie Teilnahme an der referenzierten Popkultur begleitet oder gar ersetzt wird. Diese sind jedoch symbolisch vermittelte – also medial opake – Möglichkeiten des Erlebens.

Im Anschluss hat mich Christoph Jacke gefragt, warum ich bei DM&LM überhaupt den Bezug auf die Techno-Kultur brauche, und ob das aufgrund der Spektakularität der Inszenierung und Performance nicht einfach „Pop“ sei – so wie Helene Fischer auch. Damals konnte ich die Frage nicht so recht beantworten, das möchte ich hiermit nachholen:

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Popkongress 2018, Hamburg: 1. bis 3. Feb. 2018

Die 10. Jahrestagung der AG Populärkultur und Medien der GfM wird in diesem Jahr ausgerichtet von Olaf Sanders und Roger Behrens und findet an der Universität der Bundeswehr in Hamburg statt. Ich darf auch einen Beitrag vorstellen, was mich sehr freut.

Die in meinem Vortrag genannten Links und Tracklists findest du hier. Falls du mehr Material benötigst, schreib einfach mir eine Mail.

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CfP: Film Musik Kontexte. Intermediale Referenz in audiovisuellen Medien (Mainz, 21.-23.6.2018)

Das XIII. Symposium zur Filmmusikforschung findet diesmal an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz vom 21. bis 23. Juni 2018 statt. Hier findet ihr den Call for Papers.

Filmmusikforschung ist zwar nicht per se ein Thema für DJ- und Clubmusik-Forschung, aber ich weiß z.B., dass ein Beitrag zum N.W.A.-Biopic „Straight Outta Compton“ geplant ist. Wer weiß, vielleicht finden sich noch weitere Überschneidungen, z.B. der Neuvertonung von Fritz Langs „Metropolis“ (1927) durch Giorgio Moroder (1984) oder Jeff Mills (2000)? Oder der Soundtrack und Cameo-Auftritt von Daft Punk bei „Tron“ (2010)?

Update 24.5.2018: Programm ist online, hier als pdf abrufbar.

GfM-Tagung in Nürnberg-Erlangen

Morgen beginnt die Jahrestagung der GfM (Gesellschaft für Medienwissenschaft), die in diesem Jahr vom Institut für Theater- und Medienwissenschaft der FAU Nürnberg-Erlangen ausgerichtet wird und als Thema „Zugänge“ hat.

Ich freue mich, dass ich bei einem Panel von Siegener Kollegen und dem Chair von Prof. Rainer Leschke dort vertreten sein darf. Gerade noch wird der letzte Feinschliff am Text und an den Folien vorgenommen. Unser Panel zum Thema Die Formen medialer Zugänge – technologisch – aisthetisch – ästhetisch – normativ  ist am Freitag, von 9 bis 11h, im Experimentiertheater.

Am Donnerstag finden drei Panels von Kollegen der AG Auditive Medienkulturen und Sound Studies sowie das Jahrestreffen der AG statt. Das komplette Programm gibt es hier im Conftool online.

Nice Up The Dance! Doku über Sound Systems

Den ersten Blog-Eintrag will ich nicht mit „Das ist mein erster Blog-Eintrag“ oder mit „seht mal her, was ich schon alles tolles gemacht hab und was ich euch jetzt präsentieren werde“ füllen (zweiteres kommt noch früh genug 😉 ), daher gibts jetzt einfach einen Tipp zu einer tollen Doku:

In dieser kurzen und kurzweiligen Doku geben DJ Treble Tee und Regisseur Peter Todd einen Einblick in die Geschichte und Entwicklung der Sound Systems in UK. Es ist natürlich auch eine Geschichte der Ausgrenzung  jamaikanischer Migranten, die mit den Sound Systems ihre eigenen Musik- und Party-Nischen aufgebaut haben. Und wie auch im Hip Hop gilt hier:

„They’re a gang, but not the sort of gang you’d run from.“ (Trevor Nelson)

Ok, ich sollte noch erwähnen dass die Doku von der Bekleidungsfirma Farah gesponsert/produziert wurde . Daher kommt auch das Outfit und die historische Entwicklung desselben nicht zu kurz…

gefunden in Mixmag online

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